Studien- und Berufsorientierung in der Oberstufe
Bis zum Schuljahr 2006/07 haben die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Reichshof in Jahrgangsstufe 11 nach den Herbstferien ein zweiwöchiges Betriebspraktikum
durchgeführt.
Dieses Konzept hatte drei Nachteile:
1. Die Schülerinnen und Schüler mussten sich schon vor den Sommerferien einen Praktikumsplatz suchen – in einer Phase, in der viele Schülerinnen und Schüler wenig
Perspektive für ihren beruflichen Werdegang nach dem Abitur (Stufe 13) bzw. Fachabitur (Stufe 12) haben.
2. Es fielen nur wenige Wochen nach Schuljahrsbeginn schon zwei Wochen Unterricht aus.
3. Das Praktikum erfolgte in nur
einem Beruf.
Vorteile des neuen Konzepts:
1. Für das Praktikum in der Oberstufe entfällt kein Unterricht, da die Schülerinnen und Schüler ihre Praktika in den Schulferien
durchführen.
2. Das neue Konzept gibt ausreichend Raum für Eigenverantwortung, da die Schülerinnen und Schüler aus optionalen Veranstaltungen wählen und dadurch den Prozess ihrer Studien- und Berufsorientierung mitbestimmen
können.
3. Die Vielfalt der Veranstaltungen bietet mehr Möglichkeiten zur Individualisierung und zudem mehr Abwechslung, als dies ein dreiwöchiges Praktikum in einem Beruf leisten kann.
4. Die Schülerinnen und Schüler können
im Laufe der Oberstufe ihre Berufswünsche revidieren und in verschiedene Berufsfelder "hineinschnuppern".
Tabellarische Übersicht über die Veranstaltungen
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Obligatorische und optionale Veranstaltungen
Die obligatorischen Veranstaltungen finden mit Ausnahme des 5-tägigen Praktikums im Rahmen von schulischen Aktivitäten statt, so
dass eine Teilnahme aller Schülerinnen und Schüler sichergestellt ist.
Aus den optionalen Veranstaltungen können sich die Schülerinnen und Schüler ihren Studien- und Berufswünschen entsprechend
Veranstaltungen auswählen, die sie durch Unterschrift auf einer Liste im Halbjahr 13.2 nachweisen müssen.
Berufsorientierungsfrühstück
Das Berufsorientierungsfrühstück, ähnlich wie die Expertenbefragung in Jahrgangsstufe 9, zielt darauf ab, dass die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 13 durch Gespräche mit Experten aus unterschiedlichen Berufszweigen vielfältige Impulse für ihre Studien-
und Berufswahl erhalten. Der Rahmen einer entspannten Frühstücksrunde erleichtert es dabei den Schülerinnen und Schülern, Fragen zu stellen und so ihren Horizont zu erweitern.
BO-Veranstaltungen in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit und der Uni Siegen
In Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit werden in der Oberstufe zwei Veranstaltungen durchgeführt. In der ersten
Veranstaltung in Jahrgangsstufe 12 lernen die Schülerinnen und Schüler durch die Arbeit mit der Handreichung „Studien- und
Berufswahl“ unterschiedliche Studiengänge und Berufsbilder kennen. In einer zweiten Veranstaltung in Kooperation mit der Uni Siegen in Jahrgangsstufe 13 erhalten sie Informationen zur Bewerbung um einen Studienplatz.
Ausbildungsmesse Bergneustadt
Der Besuch der Ausbildungsmesse Bergneustadt ist verpflichtend für alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11. Hintergrund
dieser Obligatorik ist, dass sich viele Schülerinnen und Schüler bis zum Erreichen der Sekundarstufe II noch keine Gedanken zur Studien-
und Berufswahl gemacht haben und zudem ein Teil der Oberstufenschülerinnen und -schüler die Schule nach der Jahrgangsstufe 11
oder 12 verlässt, um doch noch in eine Ausbildung zu gehen. Die Messe eröffnet vor allem diesen Schülerinnen und Schülern neue
Perspektiven und Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme mit Ausbildungsbetrieben. Die Teilnahme an einem der Workshops kann als optionale Veranstaltung angerechnet werden.