Was ist denn so anders an der Gesamtschule?
Die Gesamtschule will jedes einzelne Kind individuell in seiner Leistungs- und Lernfähigkeit fördern und fordern und seine persönlichen Neigungen und Begabungen berücksichtigen.
Anders als an den weiterführenden Schulen des gegliederten Systems (Gymnasium, Realschule, Hauptschule) lernen bei uns zunächst alle Kinder – wie an der Grundschule – in allen Fächern gemeinsam mit- und voneinander,
und zwar
- unabhängig davon, ob sie gut lernen oder sich schwer tun,
- unabhängig davon, ob sie schnell oder langsam lernen,
- unabhängig davon, welche besonderen Interessen sie haben,
- unabhängig davon, welchen Bildungsstand Sie als Eltern haben,
- unabhängig davon, welchen Schulabschluss Sie für Ihr Kind wünschen.
Der Besuch der Gesamtschule erspart dem Kind und seinen Eltern eine (allzu) frühe Festlegung auf einen bestimmten Bildungsweg. Diese frühe Entscheidung unmittelbar nach der Grundschulzeit war häufig mit vielen Fragen, Ängsten
und Unsicherheiten verbunden, weil nur bei wenigen Kindern im Alter von 10 Jahren schon zweifelsfrei klar ist, welche Schullaufbahn sie einschlagen sollten, und welchen Schulabschluss sie erreichen können.
An der Gesamtschule werden die Bildungsgänge von Gymnasium, Realschule und Hauptschule "integriert" (d.h. vereinigt) angeboten.
Wir sind
- für alle da: für starke und schwache Schüler (innen), für deutsche und ausländische Schüler(innen), für schwierige und "pflegeleichte" Schüler(innen) — kurzum, wir sind, was das anlangt, die natürliche (weil
logisch richtige) Fortsetzung der Grundschule;
- gut für alle Schulabschlüsse: den Hauptschulabschluss, die Fachoberschulreife und das Abitur.
- Aber: Wir müssen das jetzt noch nicht entscheiden!
- Und: Wir vergeben keinen Abschluss, der "typisch" für unsere Schulform ist.
- die Schule, die nicht "selektiert" (sortiert), sondern zusammenführt und zusammenhält. Für uns ist ganz wichtig: Wir legen jetzt noch nicht fest, was für das Kind angestrebt wird; wir lassen ihm Zeit zur
Orientierung und Entwicklung (die Jahrgangsstufen 5 und 6 heißen an Gesamtschulen nicht ohne Grund Orientierungsstufe). Erst in den Jahrgangsstufen 8 bis 10 werden die Weichen gestellt.
- eine Ganztagsschule: Wir machen nicht nur Fachunterricht, sondern auch "Haus"aufgaben, Förderunterricht und Arbeitsgemeinschaften, Mittagessen, Spiele und Freizeit zusammen.
Als
Ganztagsschule kommen wir mit einem relativ geringen Maß an Hausaufgaben aus. Das heißt, wir gehen davon aus, dass die Arbeit für die Schule im wesentlichen in der Schule erledigt werden sollte.